Mehr Sicherheit und Privatsphäre für junge Menschen

27. Juli 2021

Jungen Nutzer*innen ein sicheres, geschütztes und trotzdem unterhaltsames Erlebnis auf Instagram zu bieten, ist mit verschiedenen Herausforderungen verbunden. Sie sollen neue Freund*innen finden und mit ihrer Familie in Kontakt bleiben können, gleichzeitig aber nicht durch unerwünschte Direktnachrichten oder Kommentare von Fremden belästigt werden. Wir sind der Meinung, dass private Konten für Jugendliche die richtige Wahl sind. Andererseits wollen manche jungen Creator*innen womöglich ein öffentliches Konto, um neue Fans zu gewinnen.

Wir streben eine ausgewogene Lösung an, bei der junge Menschen möglichst alle Funktionen von Instagram nutzen können, ihr Schutz aber weiterhin gewahrt bleibt. Deshalb nehmen wir heute unter anderem diese Änderungen vor:

  • Standardmäßig private Konten für junge Nutzer*innen
  • Erschwerte Auffindbarkeit junger Menschen für potenziell verdächtige Konten
  • Eingeschränktes Werbeanzeigen-Targeting bei Jugendlichen

Standardmäßig private Konten für Nutzer*innen unter 18 Jahren

Wir wollen nach Möglichkeit verhindern, dass Erwachsene potenziell unerwünschten Kontakt mit (fremden) Jugendlichen aufnehmen. Unserer Meinung nach sind private Konten hierzu am besten geeignet. Deshalb erhalten neue Nutzer*innen unter 18 Jahren (bzw. unter 16 Jahren in bestimmten Ländern) ab dieser Woche standardmäßig ein privates Konto, wenn sie sich bei Instagram registrieren.

Bei privaten Konten können Menschen selbst festlegen, wer ihre Inhalte sehen und darauf reagieren kann. Um Beiträge, Stories und Reels von privaten Konten zu sehen, muss man diese Konten abonniert haben, es sei denn, die Kontoinhaber*innen haben festgelegt, dass andere Personen die Inhalte an anderer Stelle teilen dürfen. Dementsprechend können Personen, die keine Follower sind, diese Inhalte auch nicht kommentieren. Im Explore-Bereich bzw. über Hashtags sind Inhalte von privaten Konten überhaupt nicht sichtbar.

Bislang konnten Jugendliche bei der Registrierung auswählen, ob sie ein öffentliches oder ein privates Konto erstellen möchten. Aktuelle Umfragen zeigen allerdings, dass ihnen ein stärkerer Schutz ihrer Privatsphäre wichtig ist: In der Testphase haben sich acht von zehn jungen Menschen bei der Registrierung für das voreingestellte private Konto entschieden.

Jungen Nutzer*innen, die bereits ein öffentliches Konto auf Instagram verwenden, werden wir einen entsprechenden Hinweis zeigen. Darin erläutern wir die Vorteile eines privaten Kontos und erklären, wie sie ihre Privatsphäre-Einstellungen anpassen können. Dennoch steht es jungen Menschen weiterhin frei, zu einem öffentlichen Konto zu wechseln oder ihr vorhandenes Konto öffentlich zu lassen.

„Die meisten Plattformen legen für ihre Nutzer*innen ein Mindestalter von 13 Jahren fest. Allerdings haben Jugendliche nicht automatisch mit diesem Geburtstag – quasi über Nacht – bereits die nötige Medienkompetenz. Standardmäßig private Konten für unter 18-Jährige ermöglichen es jungen Menschen, sich schon früh in der digitalen Welt zu orientieren und in einem geschützten Raum Kompetenzen zu entwickeln, von denen sie ein Leben lang profitieren werden.“

– David Kleeman, Senior Vice President, Global Trends | Dubit

In einem weiteren heute veröffentlichten Artikel erläutern wir außerdem, wie wir in allen unseren Apps das Alter der Nutzer*innen verifizieren.

„Mit diesen Updates geht Instagram einen wichtigen Schritt hin zu mehr Sicherheit und Privatsphäre für junge Menschen auf der Plattform. Speziell die Maßnahme, mithilfe von maschinellem Lernen Erwachsene zu identifizieren, die nicht mit Jugendlichen interagieren sollten, gibt Teenagern die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, mit wem sie über die Plattform Kontakt aufnehmen. Auch die Tatsache, dass neue Konten für Jugendliche unter 18 Jahren jetzt standardmäßig private Konten sind, trägt dazu bei, dass die Inhalte junger Menschen für Erwachsene weniger sichtbar sind.“

– Larry Magid, CEO | ConnectSafely

Unerwünschte Kontaktaufnahme verhindern

Wenn es darum geht, unerwünschte Kontaktaufnahmen durch Erwachsene zu verhindern, sind private Konten ein großer Schritt in die richtige Richtung. Aber wir gehen noch weiter, um Konten von jungen Menschen vor bestimmten Erwachsenen zu verbergen.

Wir haben eine neue Technologie entwickelt, um Konten mit potenziell verdächtigen Verhaltensweisen zu identifizieren und diese Konten daran zu hindern, mit den Konten von Jugendlichen zu interagieren. Unter Konten mit „potenziell verdächtigen Verhaltensweisen“ verstehen wir Konten von Erwachsenen, die beispielsweise vor Kurzem von jungen Menschen blockiert oder gemeldet wurden.

Mithilfe dieser Technologie zeigen wir künftig solchen Erwachsenen keine Konten junger Menschen mehr in Explore, in Reels oder unter „Konten, die dich interessieren könnten“. Finden sie das Konto über den Benutzernamen, können sie es trotzdem nicht abonnieren. Außerdem sehen sie in Beiträgen anderer Nutzer*innen keine Kommentare von Jugendlichen und können Beiträge von jungen Menschen nicht kommentieren. Wir prüfen derzeit, wie wir die Anwendung dieser Technologie auf weitere Bereiche ausweiten können.

Diese Änderungen gelten zunächst für die USA, Australien, Frankreich, das Vereinigte Königreich und Japan. Wir arbeiten daran, sie bald auch in anderen Ländern umzusetzen.

„Es ist sehr positiv, dass Instagram mit technischen Lösungen verhindern will, dass Erwachsene, die sich verdächtig verhalten, in der App junge Nutzer*innen finden können. Mit diesem wichtigen Schritt baut das Unternehmen weiter auf seinen jüngsten Maßnahmen auf, die verhindern, dass fremde Erwachsene Minderjährige kontaktieren können. Ich begrüße die neue Strategie, wonach unter 18-Jährige bei der Registrierung standardmäßig ein privates Konto erstellen. Wir empfehlen jungen Menschen immer wieder, private Konten in allen sozialen Medien zu verwenden, um das Publikum ihrer Beiträge besser kontrollieren zu können. Standardmäßig private Konten sind ein guter Schritt, damit Jugendliche eigene Erfahrungen sammeln und selbst entscheiden können, was sie mit wem teilen wollen.“

– Justin Patchin, Co-director | Cyberbullying Research Center

Eingeschränkte Erreichbarkeit für Werbung

Neu ist auch, wie Werbetreibende junge Menschen in Zukunft mit Werbung ansprechen können. In wenigen Wochen bereits stehen Werbetreibenden bei Werbung für unter 18-Jährige (oder landesspezifische Altersgrenze) nur noch Alter, Geschlecht und Standort als Targeting-Optionen zur Verfügung. Ein Targeting anhand von Interessen bzw. Aktivitäten in anderen Apps oder auf anderen Websites ist dann beispielsweise nicht mehr möglich. Diese Änderungen gelten weltweit auf Instagram, Facebook und im Messenger.

Wir möchten Menschen relevante Werbung zeigen, damit sie Produkte entdecken und kaufen können, die sie wirklich interessieren. Um Nutzer*innen möglichst relevante Werbung zu zeigen, wählen Werbetreibende aus, welche Menschen ihre Anzeigen sehen sollen. Sie können etwa festlegen, ihre Werbung nur Personen mit bestimmten Interessen (beispielsweise Basketball) zu zeigen, oder eine Personenauswahl anhand von selbst bzw. von anderen Partnern geteilten Informationen zu App- und Website-Aktivitäten treffen. Das sind zum Beispiel Informationen dazu, ob jemand ein bestimmtes Paar Schuhe in den Einkaufswagen gelegt oder online nach einem neuen Grill gesucht hat.

Über die Kontrollmöglichkeiten in den Einstellungen für Werbeanzeigen können Nutzer*innen bereits angeben, dass sie keine Werbung basierend auf ihren Interessen oder Aktivitäten auf anderen Websites bzw. in anderen Apps wünschen. Im Gespräch mit Experten für Jugendschutz wurde aber deutlich, dass wir Jugendliche mit diesen Entscheidungen nicht alleine lassen sollten. Davon sind auch wir überzeugt, weshalb wir zukünftig einen präventiven Ansatz verfolgen, was das Anzeigen-Targeting bei jungen Menschen angeht.

Zu ihrem 18. Geburtstag informieren wir Nutzer*innen über die Targeting-Optionen, mit denen Werbetreibende sie nun ansprechen können, und zeigen ihnen unsere Tools, mit denen sie ihr Werbeerlebnis steuern können. Solltest du zu diesem Thema als Unternehmen weitere Informationen benötigen, findest du diese in unserem Hilfebereich.

Ausblick

Wir möchten, dass junge Menschen sich auf Instagram wohlfühlen. Gleichzeitig steht ihre Sicherheit und der Schutz ihrer Privatsphäre für uns an erster Stelle. Wir bleiben auch weiterhin im Dialog mit Jugendlichen, Eltern, Gesetzgebern und Experten, um Instagram so zu gestalten, dass es jungen Nutzer*innen Spaß macht und ihre Eltern sie dort gut geschützt wissen.

„Mit der Strategie, potenzielle Belästigungen proaktiv zu verhindern, ergreift Instagram wichtige innovative Maßnahmen. Jugendliche haben ein Recht darauf, sich in sozialen Medien frei bewegen und entfalten zu können, ohne überall Gefahren fürchten zu müssen. Auch wenn junge Menschen sich der Risiken durchaus bewusst sind, die das Teilen persönlicher Informationen mit sich bringt – oft fehlt ihnen noch eine gewisse Versiertheit im Umgang mit den Privatsphäre-Einstellungen. Deshalb ist ein standardmäßig privates Konto für Jugendliche genau richtig. So können sie sich in Ruhe auf Instagram umsehen und lernen, wie sie ihre Privatsphäre am besten schützen. Gleichzeitig haben sie dennoch die Möglichkeit, sich für ein öffentliches Konto zu entscheiden.“

– Janice Richardson, International Advisor bei Insight SA, beratende Expertin für den Europarat

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